Newsletter


Keine Informationen angegeben
weitere Informationen



Klostergeschichte 890 - heute

890 der Hof Niederbentlage
1022 Getrudenkapelle
1437 Klostergründung
Klostergeschichte
1803 Residenz Rheina Wolbeck
1806 Adelssitz
Kloster Bentlage heute


 890 - der Hof Niederbentlage
Der älteste Hinweis auf Bentlage findet sich im Heberegister des Klosters Werden an der Ruhr aus dem Jahre 890, hier allerdings noch unter dem Namen " Binutloge ".
Die Bentlager Kreuzherren erwarben den erwähnten Hof, der später"Niederbentlage" heißt, schon im Jahr der Klostergründung (1437) vom Bischof von Münster.
Mit dem Hof erwarben sie auch das Recht auf die Salzgewinnung in Bentlage und das Fischrecht in der Ems, womit die wirtschaftliche Basis für die Versorgung desKlosters geschaffen wurde.

 1022Gertrudenkapelle
Der 989 von König Otto III. bestellte Vogt für die Stifte Borghorst und Metelen, Wichmann III. aus dem sächsischen Hochadelsgeschlecht der jüngeren Billunger, wurde 1016 aus machtpolitischen Gründen ermordet.
Seine Frau Reinmod, Tochter des Grafen Gottfried aus dem Hattuariergau am Niederrhein, war wohl sehr um das Seelenheil ihres Mannes besorgt, als sie anno 1022 Geld und Ländereien für 7 Eigenkirchen stiftete, u.a. Buntlagi (Bentlage).
In den folgenden Jahren wurde eine Kapelle gebaut, die der heiligen Gertrud gewidmet wurde.
Wegen der Konkurrenz zur nahe gelegen Pfarrei St. Dionysius in Rheine konnte sie sich aber nicht als eigenständige Pfarrei behaupten. DiePfarrkirche St. Dionysius, die heute das Stadtbild von Rheine prägt, wurdezwischen 1420 und 1520 errichtet.
1437 verkaufte der Bischof von Münster die Kapelle an die Kreuzherren inBentlage.

 1437Klostergründung
Der Orden des Heiligen Kreuzes, deren Mitglieder sich Kreuzbrüder und ab Ende des 15. Jahrhunderts Kreuzherren nennen, gründete 1437 in Bentlage sein 3. Kloster in Westfalen.
Der Bischof von Münster übertrug dem Orden die Gertrudenkapelle mit dem zugehörigen Haus des Rektors. DerKonvent war auf 8 Regulare (Mitglieder) beschränkt.
Am 24. April 1437 unterschreibt Papst Eugen der IV. in Bologna die Gründungsurkunde. Noch im Gründungsjahr erwarben die Kreuzbrüder den Hof Niederbentlage.
Die ersten 20 Jahre waren mit vielen, vor allem finanziellen Schwierigkeiten verbunden.
Eine straffere Führung des Ordens und viele Schenkungen verbesserten die Lage, und man konnte den Bau eines Klosters planen. Die Gebäude wurden in der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts errichtet; diese Zeit war auch die Blütezeit des Bentlager Klosters.
Abbildung einer Ölmalerei die die Klosteranlage um 1750 zeigt.
Zu sehen sind das Hauptgebäude mit der 1828 abgerissenen Klosterkirche, die Torhäuser und die Ökonomie.
Das Original befindet sich im Museum Kloster Bentlage
Vergrößerung anzeigen - Wird in einem neuen Fenster angezeigt.
Ansicht Kloster Bentlage um 1750



 Klostergeschichte
Nach Auskunft der Gründungsurkunde übernahmen Kreuzbrüder aus Köln und Wuppertal im Jahr 1437 eine kleine Kapelle mit einem Friedhof und dem Haus ehemaligen Rektorsund kauften außerdem den benachbarten Hof Niederbentlage mit den dazugehörenden Kotten Salthuis und Sonderhuis, um ausreichendes Gelände für die Errichtung eines neuen Klosters zu erhalten.
1463, nachdem der junge Konvent lang andauernde wirtschaftliche und personelle Schwierigkeiten überwunden hatte, konnte mit dem Bau der großen Vierflügelanlage begonnen werden.
In der Chronik des Klosters Bentlage heißt es über die landschaftlichen Gegebenheiten des Ortes: "Was die Bestimmung der Umwelt betrifft, so erscheint es im Lichte des Glaubens klar und deutlich, daß so, wie der allmächtige Gott von Ewigkeit diesen Ort für sich und die Seinen auserwählt hat, er ohne jeden Zweifel von Anbeginn diesen Ort in ganz besonderer Weise und mit Sorgfalt abwechselungsreich ausgeschmückt und für ihn Verfügungen getroffen hat, indem er die einzelnen Dinge voneinander trennt, so daß er Raum für Gebäude hatte, Wälder für Holz, Steine, Sand und Kalk zum Bauen Lehm für Ziegelsteine, Dachziegel und Wände, Holz und Soden für das Feuer, Äcker für Getreide, Wiesen für Gras, Weiden für das Vieh, Flüsse für Fische und alles Lebensnotwendige, Blumen für die Bienen und Wachs, Triften für Schafe und Salz in Gruben."
Die Blütezeit des Konvents war um 1500 erreicht, als etwa 50 Mönche in Bentlage lebten. Während der Reformations- und Wiedertäuferzeit blieb der Konvent dem katholischen Glauben zugewandt und pflegte enge Beziehungen zu den Münsterschen Bischöfen, die einige ihrer Amtshandlungen im Kreuzherrenkloster Bentlage abhielten. Die Zahl der Konventualen verringerte sich jedoch und für 1631 ist überliefert, dass nur noch vier Priester, ein Laienbruder, der Prior und der Pokurator im Kloster lebten.
Am 20. September 1647 wurde die Stadt Rheine von schwedischen Truppen eingenommen und in Brand gesetzt, einen Tag später auch das Kloster Bentlage.
Nach der Klosterchronik konnten sich die Mönche durch ihre Flucht retten, die Gebäude mit Ausnahme der Küche und einiger Nebengebäude erlitten jedoch umfangreiche Schäden.
Der Wiederaufbau des Klosters erfolgte bis 1662.
Für den Konvent in Bentlage, der inzwischen wieder aus 12 bis 15 Kreuzherren bestand, war die zweite Hälfte des 17. Jh. eine Zeit des geistigen und später auch materiellen Aufschwungs. Wie in anderen Häusern des Ordens fanden in Bentlage gelegentlich Kurse für Theologie und Philosophie statt, die Konventualen wurden zum Studium in die Klöster Düsseldorf, Köln und Marienfelde geschickt. Die gute Vermögenslage des Klosters um 1700 und im 18. Jh. ermöglichte umfangreiche Renovierungs- und Umbauarbeiten an den Gebäuden, dies entsprach der allgemeinen Entwicklung dieses Ordens hin zu reicher und künstlerischer Ausgestaltung seiner Kirchen und Klöster. Ab 1760 setzte eine Stagnation und im gewissen Sinn ein Verfall ein, bis zur Auflösung des Klosters im Jahr 1803 infolge der Säkularisation des Fürstbistums Münster konnte beides nicht mehr abgewendet werden.

 1803Residenz Rheina-Wolbeck
Durch den Reichsdeputationshauptschluß vom 25.2.1803 wurde das Landesfürstentum Rheina-Wolbeck anerkannt. Landesherr wurde Herzog Wilhelm Joseph von Looz-Corswarem, der hiermit für seine linksrheinisch verlorengegangenen Besitzungen entschädigt wurde.
Das Fürstentum erstreckte sich über 90 km linksseitig der Ems in einer Breite zwischen 10 bis 15 km etwa von Nienberge bei Münster bis ca. 20 km nördlich von Lingen.
Landeshauptstadt wurde Rheine und Herzog Wilhelm Joseph wählte das säkularisierte Kloster Bentlage als seine Residenz; er starb aber bereits 3 Monate später. Sein Sohn und Nachfolger, Herzog Josef Arnold setzte den Umbau zur Residenz fort und zog noch im Herbst des Jahres 1803 ein.
Bereits im Juli 1806 wurde das Landesfürstentum aufgelöst und dem Großherzogtum Berg einverleibt.
Das Kloster selbst, die umliegenden Ländereien und verschiedene Güter in der Umgebung wurden dem Herzog zugesprochen, der auch seinen Fürstentitel weiter tragen durfte.
So wurde die ehemalige Residenz zu einem Adelssitz und blieb bis 1978 im Besitz der Familie Looz-Corswarem.

 1806 Adelssitz
Das Bild zeigt eine Ansicht des ehemaligen Klosters um 1860.
Damals war das Haus schon Adelssitz.
Vergrößerung anzeigen - Wird in einem neuen Fenster angezeigt.
Ansicht des Adelssitzes um 1860

Nach der Auflösung des Landesfürstentums Rheina-Wolbeck wurden dem Herzog Josef Arnold von Looz-Corswarem die ehemalige Residenz, umliegende Ländereien und andere Güter zugesprochen.
Der Adelssitz war bis 1978 im Besitz der folgenden Zweige der Familie:
1803-1827 Looz-Corswarem
1839-1912 Lannoy-Clervaux
1931-1946 Looz-Corswarem
1955-1978 Bogaerde-Terbrügge-Heeswijk
Dem Besitzerwechselgingen jeweils langjährige Erbstreitigkeiten voraus.
Der Umbau des Klosters zu einem Adelssitz , verbunden mit der Umbenennung in Schloß Bentlage, war mit wesentlichen baulichen Veränderungenverbunden, wobei vor allem der Abriss der Kirche (ca. 1828) zu nennen ist, durch den die ursprünglich geschlossene Vierflügelanlage zu der heutigen Dreiflügelanlage wurde. Zudem wurde der Friedhof im Innenhof eingeebnet und zu einem Garten umgestaltet. Die landschaftsgestalterischen Maßnahmen in der Umgebung, hier vor allem die Anlage der Doppelallee am Bentlager Weg in Richtung Rheine und der Wegefächer im Bentlager Wald bestimmennoch heute das Landschaftsbild.

 Das Kloster Bentlage heute
Seit 1978 befinden sich das Kloster Bentlage und die umgebenden Ländereien im Besitz der Stadt Rheine.
Heute ist das Kloster Bentlage eines der bedeutendsten Zentren für Bildende Kunst und Kultur in Westfalen.
Mit seinem umfangreichen Programm mit regionalen, nationalen und internationalen Kunstprojekten gewinnt das einmalige Kulturdenkmal in historischer Landschaft immer mehr Freunde.
Siehe auch "Kultur für die Region"

Druckversion anzeigen