Der Salinenpark


Im Nordwesten der Emsstadt Rheine befindet sich die für das Münsterland einzigartige Saline "Gottesgabe". Zusammen mit dem benachbarten NaturZoo und am Rande des Klosters Bentlage mit seiner einmaligen historischen Kulturlandschaft sind die Saline mit ihrem Gradierwerk und das Solbad beliebte Ausflugsziele für Jung und Alt. Die Blütezeit der fast 1000-jährigen Geschichte der Saline war das 18. und 19. Jahrhundert.

Heute sind die erhaltenen Bauten dieser Zeit sehenswerte technische Kulturdenkmäler. Der Salinenpark wurde zur REGIONALE 2004 neu gestaltet. Als gartenarchitektonisches Gestaltungselement akzentuieren heute Baumpflanzungen mit kastenförmig geschnittenen Linden das fehlende Mittelstück des Gradierwerkes.

Das Kloster bildet den kulturellen Mittelpunkt Bentlages. Es ist wichtiger Inhalt der Kulturroute, bei der Geschichte, Architektur und Wandel des Klosters im Laufe der Jahrhunderte erklärt werden. Die alten Garten- und Parkanlagen der Saline und des Solbades wurden im Laufe der Zeit mehrfach umgestaltet. Vermutlich schon im 18. Jahrhundert pflanzte man am Wohnhaus des Salineninspektors eine so genannte Tanzlinde. Tatsächlich hatte man einst auf die regelmäßig waagerecht geschnittenen Äste vergleichbarer Linden bei Veranstaltungen passende Holzbretter als Tanzboden aufgelegt. Die alte Linde ist heute ein seltenes Naturdenkmal.

Auf dem Gelände der Saline gab es mehrere Gärten, die mit Hecken eingefasst und wahrscheinlich als Nutzgärten bewirtschaftet wurden. Eine Besonderheit war das Vorkommen von Salzpflanzen auf dem Gelände der Saline. Die sonst nur auf den Salzwiesen an der Küste verbreiteten Pflanzen sind heute vielerorts stark gefährdet oder schon fast ausgestorben. Erst mit der Entwicklung des Solbades erfolgte ab 1897 die Anlage eines Kurparks.


Zum Beginn des 20. Jahrhunderts war der Bereich am Kurhaus und am Badehaus als landschaftlicher Park mit geschwungenen Wegen, ausgesuchten Gehölzpflanzungen und bunten Blumenbeeten gestaltet. Mittelpunkt des Parks war ein großzügiger Teich, der mit einer Brücke überquert werden konnte. Östlich vom Kurhaus stand als Ausstattung des Parks ein hölzerner Musikpavillon.

Die gärtnerischen Anlagen des Solbades waren in der nachfolgenden Zeit das "Aushängeschild" der Stadt und Motiv für zahlreiche Grußkarten, die man mit der Post in alle Welt verschickte. Das Außengelände des Gradierwerkes wurde bis zur Eröffnung des Zoos im Jahre 1939 in die Gestaltung des Kurparks mit einbezogen.

1946 führte ein heftiges Emshochwasser an zahlreichen Gebäuden und im Park zu erheblichen Schäden. In den 70er Jahren wurde der zentrale Bereich des Kurparks mit der Erweiterung des Gertrudenstiftes durch einen südlichen Anbau an das ehemalige Kurhaus überbaut. Die verbliebenen Außenanlagen der Saline und des Solbades hat dann das städtische Grünflächenamt in den letzten Jahrzehnten überarbeitet. Zentrales Gestaltungsmotiv war dabei die Achse des fehlenden Mittelstücks des Gradierwerkes, das man durch Pflanzbeete mit Natursteinmauern, Rosen- und Staudenpflanzungen sowie geschnittene Eiben betonte.

Mit der grundlegenden Neuplanung des Salinenparks wurde das für Rheine bedeutende Ensemble im Rahmen der REGIONALE 2004 in seiner Attraktivität deutlich gesteigert. Der neue Salinenpark soll als modern gestalteter Freizeit- und Erholungsraum ein breites Spektrum von Nutzungserfordernissen abdecken.

Der Salinenpark ist als zeitgenössischer europäischer Garten in das European Garden Heritage Network aufgenommen worden